Beispiele des Widerstands auf der Cheese 2019: Traditionelle Schweizer Käseherstellung gegen die industriellen Versionen einiger der berühmtesten Käsesorten der Welt

Slow Food präsentiert zum 12. Mal die weltgrößte Veranstaltung  zum Thema Käse. Von 20. bis 23. September dreht sich in der italienischen Stadt Bra alles um das diesjährige Thema: Natürlich ist möglich”

Cheese – die internationale Veranstaltung rund um natürlichen Käse, der aus Rohmilch und ohne den Einsatz künstlicher Enzyme  hergestellt wird und daher eine besonders reiche biologische Vielfalt aufweist und einen authentischen Ausdruck seines Herkunftsgebiets darstellt, bringt wieder Käsehersteller und Aussteller aus über 30 Ländern der Welt zusammen. Bei der letzten Veranstaltung im Jahr 2017 wurde ein Besucherrekord von 300.000 Präsenzen verzeichnet.

Beispiele des Widerstands auf der Cheese 2019: Traditionelle Schweizer Käseherstellung gegen die industriellen Versionen einiger der berühmtesten Käsesorten der Welt

Unter den Schweizer Käsesorten, die in Bra vertreten sein werden, gibt es zwei Slow Food Presidi:

  • der traditionelle Emmentaler. Eine Gruppe von handwerklich arbeitenden Käseherstellern schloss sich zusammen, um der industriellen Vereinheitlichung des Emmentalers entgegenzuwirken, die in den letzten Jahrzehnten zu beobachten war. Sie möchten ihr traditionelles Handwerk schützen und ihre Produkte gemeinsam verkaufen. Das Presidio unterstützt die Beibehaltung einer uralten Herstellungstechnik wie der langen Reifezeit (von mindestens 12 Monaten) in natürlichen Kellern.
  • der Alm-Sbrinz. Dieser Käse wurde seit dem 19. Jahrhundert aus Bergmilch hergestellt, aber mit Eröffnung der ersten Molkereien im Tal verlagerte sich die Produktion auch zunehmend ins Flachland. Die Produktion im Tal war günstiger und konnte das ganze Jahr fortgeführt werden. Von den über 30 Molkereien, die derzeit den Sbrinz AOC (seit 2002 eine geschützte Herkunftsbezeichnung) produzieren, arbeiten nur rund acht in den Bergen. Das Presidio wurde gegründet, um die hochwertigen Produkte der Alpmolkereien zu fördern, die ausschließlich im Sommer erzeugt werden. Erst seit diesem Jahr versammelt das Projekt alle acht verbliebenen Alpkäsereien und soll das Profil dieser Käsesorten anheben, um sich besser von der Masse der industriell hergestellten Sbrinz-Käse abzuheben, die den Markt dominieren.

Zwei weitere Schweizer Käsesorten werden bei dem Workshop Jura, Wirz, Schweiz: Wie man Bergkäsesorten kombiniert verkostet: Gruyère und Rohmilch Vacherin Fribourgeois, ein Slow Food Presidio. Der Vacherin Fribourgeois war ursprünglich ein Almkäse, der zur Beginn der heißen Jahreszeit produziert wurde, wenn es nicht ausreichend Milch gab, um den berühmtesten Käse der Region herzustellen, den Gruyère. So kam es zur Herstellung von Kleinkäse, z.B. Vacherin, einer Art ‘kleinem Bruder’, der dennoch die hervorragende Qualität der Weiden und das fachmännische Können der lokalen Käsehersteller zum Ausdruck brachte.  In den 50er Jahren wurde die Wärmebehandlung von Milch aus Hygienegründen bei der Herstellung des Vacherin Fribourgeois immer gängiger, was zu einem Verlust der traditionellen Kenntnisse und einer Abflachung seiner spezifischen organoleptischen Eigenschaften führte. Von den 2.500 Tonnen Vacherin Fribourgeois AOP, die heutzutage jährlich produziert werden, werden nur 2% aus Rohmilch hergestellt. Das Presidio wurde gegründet, um die wenigen Vacherin Fribougeois zu schützen, die ausschließlich aus Rohmilch hergestellt werden, die im Sommer von den Almbetrieben kommt und im Winter von den wenigen verbleibenden Molkereien im Tal.

Beispiele des Widerstands auf der Cheese 2019: Traditionelle Schweizer Käseherstellung gegen die industriellen Versionen einiger der berühmtesten Käsesorten der WeltIm Großen Käsesaal – der Wunderkammer des Festivals mit über 100 ausländischen Käsesorten aus Frankreich, Spanien, Portugal, Großbritannien, Irland und vielen anderen Ländern – stehen alle vorab genannten Schweizer Käse zum Verkosten bereit: Traditioneller Emmentaler AOP, Alp-Sbrinz AOP, Gruyere AOP, Etivaz AOP und Vacherin Fribourgeois AOP.

Bei der Veranstaltung wird außerdem der Film La Terre et le Lait von Jeanne Bourgon ausgestrahlt: Ein Porträt von drei  zähen Bauern, die mit ihrem Know-How und ihrer Arbeitsweise das natürliche Gleichgewicht respektieren – ganz im Gegensatz zur Industrialisierung der Landwirtschaft und zu den vorherrschenden Konsummustern. Henri-Daniel und Aimée von L’Etivaz aop werden berichten, wie sie den berühmten Kuhmilchkäse nach wie vor in den Schweizer Alpen herstellen.

Weitere Schweizer Aussteller, die bei der Veranstaltung vertreten sind:

Die Schweiz wird mit Jumi, Swissmathier und Mundig auch einen Ehrenplatz im Bereich der Affineure und Selektierer einnehmen.

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Cheese Pressebüro

Slow Food – Internationale Presseinternationalpress@slowfood.it

Paola Nano (+39 329 8321285); Giulia Capaldi (+39 342 8278485)

Slow Food – Italienische Pressepress@slowfood.it

Valter Musso (+39 335 7422962); Alessia Pautasso (+39 342 8641029);

Elisa Virgillito (+39 345 2598615)

Stadt Bra: Elena Martini; Erica Asselle; +39 0172 438278; urp@comune.bra.cn.it

Die Cheese wird von Sow Food in Zusammenarbeit mit der Stadt Bra und der Region Piemont organisiert. Ermöglicht wird die Veranstaltung durch die Unterstützung ihrer Partner, die an die Ziele und Werte der Veranstaltung glauben, einschließlich der offiziellen Partner: Agugiaro&Figna Molini, BBBell, Förderkonsortien des Mozzarella di Bufala Campana Dop und Ricotta di Bufala Campana Dop, CR Bra, Egea, Lurisia, Parmigiano Reggiano, Pastificio Di Martino, Quality Beer Academy, Reale Mutua. 

Slow Food ist ein weltweites Netzwerk lokaler Gemeinschaften und wurde 1989 gegründet, um das Verschwinden lokaler Ernährungstraditionen aufzuhalten und um Fast Food und Fast Life entgegenzuwirken. Seitdem ist Slow Food zu einer globalen Bewegung angewachsen, die über eine Million Menschen in über 160 Ländern umfasst und sich dafür einsetzt, dass alle Menschen Zugang zu gutem, sauberem und fairem Essen haben.

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